
Beitrag 18: Wenn die Technik versagt – Improvisationstalent gefragt
Man sollte meinen, in einer modernen Klinik auf der Insel Klinz wäre alles auf dem neuesten Stand. Doch wer das Arbeitsviech-Dasein kennt, weiß: Improvisation ist unser zweiter Vorname. Heute im Standort Nord: Das System für die digitale Patientenakte ist abgestürzt. Nichts geht mehr. Keine Befunde, keine Medikationspläne, kein Zugriff auf die Historie.
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In solchen Momenten bricht im Norden Panik aus. Die jungen Kollegen, die ohne Tablet kaum noch wissen, wie man einen Puls misst, wirken verloren. Hier schlägt die Stunde der „alten Hasen“ und der Arbeitsviecher. Wir holen die staubigen Papierformulare aus dem Keller. Wir telefonieren mit dem Standort Süd, um dort manuell nachzufragen, was beim letzten Patientenbesuch dokumentiert wurde.
Es ist ein Chaos, das zeigt, wie fragil unser System ist. Wir rennen mit Zetteln durch die Gänge, schreiben Anordnungen per Hand und hoffen, dass jeder die Handschrift der Oberärztin entziffern kann. Das Arbeitsviech wird zum Kurier und zum Detektiv. Es ist anstrengend, es ist gefährlich, aber es schweißt auch zusammen. Am Ende des Tages haben wir alle Patienten versorgt – trotz und nicht wegen der Technik.
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