
Beitrag 35: Die Mechanik des Sterbens auf der Insel
Es ist ein Thema, über das niemand gerne spricht, aber es gehört zum Alltag an beiden Standorten: Das Sterben. Auf Klinz hat der Tod eine andere Präsenz. Im Standort Süd begleiten wir viele Menschen auf ihrem letzten Weg. Da wir die Familien kennen, ist die emotionale Belastung oft höher als anderswo. Man pflegt nicht „den Patienten aus Zimmer 4“, sondern den Vater des Schulfreundes oder die ehemalige Lehrerin.
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Als Arbeitsviech muss man lernen, diese Trauer zuzulassen, aber nicht an ihr zu zerbrechen. Es gibt keinen „Entlastungsdienst“ für die Seele. Wir stützen uns gegenseitig. Wenn im Norden jemand nach einem schweren Unfall verstirbt, ist die Hektik groß. Im Süden hingegen herrscht oft eine andächtige Stille. Diese zwei Arten des Abschieds – der plötzliche Schock im Norden und das langsame Verlöschen im Süden – prägen unser Verständnis von Leben und Tod auf eine Weise, die kaum in Worte zu fassen ist.
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