
Beitrag 16: Der „Klinzer Rücken“ – Wenn der Körper streikt
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Man sagt, man gewöhnt sich an alles. Doch mein unterer Rücken hat da eine ganz andere Meinung. Wer als Arbeitsviech zwischen dem Standort Nord und dem Standort Süd auf Klinz pendelt, der kennt das Phänomen des „Klinzer Rückens“. Es ist diese spezifische Mischung aus chronischer Überlastung durch zu schweres Heben im Süden (wo die Langzeitpflegepatienten liegen) und dem verkrampften Sitzen im Auto während der eiligen Fahrten zum Norden.
Heute Morgen war es wieder soweit. Im Standort Süd mussten drei Patienten mobilisiert werden, deren Gewichtsklasse deutlich über meiner liegt. Aber die Lifter sind mal wieder im Einsatz oder – wie so oft – einer ist defekt und wartet auf das Ersatzteil vom Festland. Also: Zähne zusammenbeißen, Beine in die Grätsche und heben. Das Arbeitsviech fragt nicht nach Ergonomie, wenn der Patient aus dem Bett muss.
Nach der Schicht im Süden kam der Anruf: „Wir brauchen dich im Norden, die Notaufnahme quillt über.“ Also rein ins Auto, die 15 Kilometer über die Buckelpiste der Inselstraße. Jedes Schlagloch schlägt direkt in die Bandscheiben ein. Wenn man dann im Norden ankommt und sofort wieder stundenlang am OP-Tisch stehen oder durch die Gänge rennen muss, merkt man, dass der Körper kein Ersatzteillager ist. Wir funktionieren auf Adrenalin und Schmerzmitteln. Das ist die ungeschönte Wahrheit hinter dem Insel-Idyll.
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