
Beitrag 63: Der große Wäsche-Streik
Hygiene ist alles, sagt man. Aber was ist, wenn die Wäscherei auf dem Festland streikt und die Fähre wegen Niedrigwasser auch noch Verspätung hat? Heute erlebten wir auf Klinz den „Tag der letzten Handtücher“. Im Standort Süd mussten wir anfangen, Bettwäsche zu rationieren, und im Norden wurden die OP-Abdeckungen knapp.
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Als Arbeitsviech wirst du in solchen Krisen kreativ. Wir haben die alten Vorräte aus dem Keller geholt – Bettwäsche mit dem Logo der Klinik von 1970. Gelb-braun kariert, aber sauber. Die Patienten fanden es lustig, die Hygienebeauftragte bekam Schnappatmung. Man merkt erst, wie abhängig man von diesen banalen Logistikketten ist, wenn sie reißen. Wir waschen mittlerweile privat ein paar Handtücher zu Hause, damit die Patienten sich wenigstens das Gesicht waschen können. Es ist ein Armutszeugnis für das Management, aber ein Beweis für den Kampfgeist des Personals. Das Arbeitsviech lässt niemanden im Dreck liegen, egal wie schlecht die Versorgungslage ist.
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