
Beitrag 74: Festland-Angst – Wenn man nicht mehr wegkommt
Heute war ich für eine Fortbildung auf dem Festland. Eigentlich ein schöner Tag, mal was anderes sehen. Aber auf der Rückfahrt gab es ein technisches Problem an der Fähre. Wir saßen drei Stunden im Hafen fest. Plötzlich überfiel mich eine fast schon irrationale Panik: Was, wenn ich nicht zurückkomme? Wer übernimmt meine Schicht im Norden?
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Man entwickelt als Arbeitsviech eine seltsame Abhängigkeit von der Insel. Man fühlt sich verantwortlich für alles, was dort passiert. Dieses „Insel-Gefängnis-Syndrom“ ist real. Man liebt die Abgeschiedenheit, aber man fürchtet sie auch, wenn man draußen ist. Als ich dann endlich wieder den Boden von Klinz unter den Füßen hatte, war ich erleichtert. Es ist absurd: Ich bin froh, wieder an dem Ort zu sein, der mich so oft an meine Grenzen bringt. Die Insel hat mich im Griff, mehr als ich zugeben möchte.
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