Beitrag 3: Sommergäste und Inselstress
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Beitrag 3: Sommergäste und Inselstress

Wenn die Saison auf Klinz beginnt, ändert sich alles. Die Insel füllt sich mit Touristen, und die Patientenzahlen an beiden Standorten explodieren. Für uns bedeutet das: Urlaubssperre und Doppelschichten. Das „Arbeitsviech“ wird zur Hochleistungsmaschine. Im Nordstandort füllen sich die Notaufnahmen mit Sonnenstichen, Fahrradunfällen und den üblichen Herzinfarkten am Strand. Wir arbeiten am Limit.

Es ist ein seltsamer Kontrast. Draußen scheint die Sonne, die Leute essen Eis und genießen das Meer. Wir riechen nach Desinfektionsmittel und Schweiß. Die zwei Standorte wirken im Sommer wie zwei überhitzte Kessel. Während wir im Süden versuchen, die pflegebedürftigen Bewohner vor der Hitze zu schützen, kämpfen wir im Norden gegen die Masse an Akutfällen. Die Personaldecke ist dünner als ein Einmal-Laken.

Oft werde ich gefragt, warum ich mir das antue. Warum bleibe ich auf der Insel, statt in eine große Stadtklinik zu gehen? Die Antwort ist simpel: Wir sind hier eine verschworene Gemeinschaft. Das Arbeitsviech-Dasein schweißt zusammen. Wenn man nach einer 14-Stunden-Schicht gemeinsam den Sonnenuntergang über dem Deich sieht, weiß man, warum man hier ist. Auch wenn man die Beine kaum noch spürt. Der Sommer auf Klinz ist ein Test der Ausdauer, und bisher haben wir ihn jedes Jahr bestanden.

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