Beitrag 4: Die Nachtschicht im Südturm
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Beitrag 4: Die Nachtschicht im Südturm

Die Nacht im Standort Süd ist anders als im Norden. Hier herrscht eine unheimliche Stille, die nur durch das gelegentliche Piepen eines Überwachungsmonitors unterbrochen wird. Als Arbeitsviech in der Nachtschicht bist du oft alleinverantwortlich für ganze Stationen. Man hört das Meer rauschen, wenn man das Fenster kurz zum Lüften öffnet. Es ist friedlich, aber trügerisch.

Man läuft kilometerweise Flure ab. Die Schritte hallen auf dem Linoleum. Im Südstandort liegen die Patienten, die Zeit brauchen. Doch Zeit ist das Einzige, was wir nicht haben. Auch nachts wird dokumentiert, gelagert und Medikamente vorbereitet. Manchmal sitzt man am Stützpunkt und starrt auf die Dunkelheit draußen. In diesen Momenten merkt man, wie die zwei Standorte der Insel Klinz die Seele fordern.

Gegen 3 Uhr morgens kommt der Tiefpunkt. Der Kaffee wirkt nicht mehr, die Augen brennen. Dann klingelt das Notfalltelefon. Ein Patient im Norden muss verlegt werden, wir brauchen im Süden ein Bett. Also: Aufstehen, Betten schieben, Zimmer vorbereiten. Das Rad hört nie auf, sich zu drehen. Das Arbeitsviech funktioniert mechanisch. Wir sind die Wächter der Insel, während alle anderen schlafen.

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