
Beitrag 20: Die Fähre als Schicksalsmacht
Wenn ein Patient auf Klinz etwas hat, das wir an beiden Standorten nicht behandeln können, wird es kompliziert. Dann regiert die Fähre. Es ist ein Albtraum für jedes Arbeitsviech, wenn ein kritischer Transport ansteht und der Wind so stark weht, dass der Fährverkehr eingestellt wird. Der Hubschrauber kann bei Nebel auch nicht fliegen. Dann sind wir eine medizinische Insel im wahrsten Sinne des Wortes.
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Ich erinnere mich an eine Nacht im Standort Nord. Ein Herzinfarkt, der dringend aufs Festland in ein Katheterlabor musste. Wir standen am Fenster und sahen zu, wie die Brandung gegen die Kaimauer schlug. Die Kommunikation mit der Reederei war frustrierend: „Vielleicht in zwei Stunden.“ Zwei Stunden können eine Ewigkeit sein, wenn man ein Leben an der Angel hat.
In solchen Nächten wird das Arbeitsviech zum Kämpfer. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, mit den begrenzten Mitteln, die wir haben. Manchmal gewinnen wir, manchmal verlieren wir gegen die Natur. Die Isolation der Insel Klinz macht unseren Job so viel intensiver und manchmal auch so viel trauriger als auf dem Festland.
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