
Beitrag 76: Wenn das Meer an die Tür klopft – Sturmflut-Modus
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Heute Nacht hat die Nordsee gezeigt, wer auf Klinz wirklich das Sagen hat. Eine schwere Sturmflut hat den Nordkai fast überspült, und im Standort Nord wurde vorsorglich das Erdgeschoss geräumt. Als Arbeitsviech bedeutet das: Betten schieben im Akkord, während draußen der Wind mit Orkanstärke um die Gebäude heult. Es ist eine surreale Atmosphäre. Man hört die Brandung gegen die Kaimauer krachen, während man drinnen versucht, die Monitore stabil zu halten.
Gleichzeitig war der Standort Süd komplett abgeschnitten, da die Verbindungsstraße überflutet war. Wir im Norden mussten also alles alleine stemmen, ohne Hoffnung auf Verstärkung aus dem Süden. In solchen Momenten wird einem die eigene Isolation schlagartig bewusst. Wir sind eine medizinische Vorposten-Station. Man funktioniert wie eine Maschine, die Angst wird weggedrückt. Erst wenn die Flut zurückgeht und die erste Fähre wieder anlegt, lässt das Adrenalin nach und die bleierne Müdigkeit übernimmt. Das ist das wahre Inselleben – rau, unberechenbar und verdammt anstrengend.
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