
Beitrag 77: Das „Tourist-Trauma“ – Wenn Urlauber die Geduld verlieren
Es ist Hochsaison auf Klinz. Die Insel ist voll, die Strände sind überfüllt, und unsere Notaufnahme im Norden platzt aus allen Nähten. Das Problem sind oft nicht die schweren Notfälle, sondern Urlauber, die wegen eines Sonnenbrands oder einer kleinen Schnittwunde am Zeh eine Sofortbehandlung fordern. „Ich zahle Kurtaxe, ich will jetzt drankommen!“, herrschte mich heute ein Gast an, während im Nebenraum eine Wiederbelebung lief.
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Als Arbeitsviech musst du in solchen Momenten eine Engelsgeduld bewahren, auch wenn du innerlich schreien möchtest. Wir priorisieren nach Dringlichkeit, nicht nach der Höhe der Kurtaxe. Diese Diskrepanz zwischen der Erwartungshaltung der Touristen und der harten Realität unseres Personalmangels ist zermürbend. Im Süden ist es ruhiger, aber dort landen dann die Erschöpften, die dem Trubel entfliehen wollen. Manchmal fühle ich mich wie ein Prellbock zwischen zwei Welten. Ein herzliches „Moin“ reicht oft nicht mehr aus, um die Wogen zu glätten.
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